Begeisterung

Begeisterung

Begeisterung ist eine Form von Glück

Im Spannungsfeld des Menschen zwischen Biologie und Technik, das ihn zurückführt in seine natürlichen Rhythmen, die vom Wechselspiel der Kräfte bestimmt werden. Leben ist Rhythmus. Natürliche Rhythmen sind gekennzeichnet durch die Aufeinanderfolge von Gegensätzen. Die Zone, in der der Wechsel von einem Pol zum anderen erfolgt, kann mit dem Begriff der „Grenzflächensituation“ umschrieben werden. Sie ist der entscheidende Reibungspunkt in der direkten Konfrontation der Kontraste.

Ein Beispiel dafür ist die Morgendämmerung beim Übergang der Nacht in den Tag, ein Zwielicht, dessen Faszination man sich nur schwer entziehen kann.

Es sind die Reibungsflächen bipolar entgegengesetzter Kräfte, die alle natürlichen Entwicklungsprozesse in Gang setzen, ein buntes Bild des Wachstums zeichnen, indem die Veränderung die einzige Konstante darstellt.

Kontraste prägen unsere Welt. Der Mensch kann nur leben in einer Auseinandersetzung mit der ihm entgegengesetzten Welt. Erst der Umgang mit den „Gegen-ständen“ ermöglicht ihm ein sinnerfülltes Leben, in dem Körper und Geist und Seele eine tiefe Wahrnehmung erfahren, denn ohne Körper- und Sinnesreize und der Herzens-Erfahrung der Seele ist auch unser Intellekt in Gefahr. Eine Welt ohne Sinnenreize wäre sinnlos. Nur durch Sie entsteht Aufmerksamkeit, nur so entwickeln sich schöpferische Prozesse.

„Grenzflächensituationen“ sind es, die Energieentladungen unvorstellbaren Ausmasses ermöglichen. Dies geschieht beispielsweise im Aufeinanderprallen schneller und langsamer Strömungen im Wasser, das nicht nur im Wechselspiel zwischen Wellenberg und Wellental seinen Ausdruck findet, sondern ebenso in den Turbulenzen unendlicher Spiralwirbel in rhythmischer Folge.

Ein Tornado als gewaltiges Kraftwerk der Athmosphäre entsteht, wenn heisse und kalte Luftmassen unmittelbar aufeinander treffen. Natürliche Kraftwerke dieser Art streben niemals direkte, lineare Verbindungen an, sie bevorzugen den verschlungenen Weg der Spirale, bei der jede Zielbewegung durch den Kontrast der Gegenbewegung eingeleitet wird. Dieses Mehr an Zeit und Raum kann sich die Natur, im Gegensatz zum Menschen, durchaus leisten, denn ihre Entwicklung ist nicht endlich begrenzt, sondern auf die Ewigkeit ausgerichtet.

Für das menschliche Auge nicht immer sichtbar, bevorzugt die Natur verschlungene Wege, am Ziel angekommen, überrascht sie nicht nur durch ihre Vielfalt, sondern durch grenzenloses Wachstum in Verbindung mit Schönheit, die ihresgleichen sucht. Der Mensch in seiner endlichen Begrenzung, in seiner Ungeduld steuert seine Ziele direkt, linear, auf geradem Wege an, weil er glaubt, sich den „Luxus“ von Bewegung und Gegenbewegung nicht leisten zu können. Den teuren Raum, den ein gewundener Fluss „verschwendet“, kann sich ein erfolgreicher Architekt besser zum Bau von Häusern vorstellen.

Materie in fester Masse erscheint im Weltall als Sphäre (griech.: Kugel), auch die Erde macht hierbei keine Ausnahme. Kugelrund erscheint sie dem Astronauten als „blauer Planet“, wobei die leuchtende Farbe vom Wasser stammt, das zu 71 Prozent die Oberfläche beherrscht. Annähernd den gleichen Wasseranteil nämlich 60 Prozent, weisen wir Menschen auf, die diese Welt bevölkern. Wasser durchdringt und bestimmt nicht nur die lebendige, sondern auch die tote Materie, es kreist durch den Menschen, es bestimmt den Stoffwechsel bis in die letzte Zelle.

Durch seine Arterien wird er vom Flüssigen durchdrungen und da Blut in seinen Fliesseigenschaften, hervorgerufen durch die gelösten und ungelösten Bestandteile, dem Meerwasser gleichzusetzen ist, gelten für den Menschlichen  Organismus auch die Gesetze des Wassers in all seinen Erscheinungsformen pulsierender Wellen, einschliesslich wirbelnder Spiralen.

Unser Herz hat sich in Verbindung mit dem Kreislauf ebenfalls dem Flüssigen angepasst; auch für den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat gelten für die Freisetzung notwendiger Bewegungsenergien die Prinzipien von Richtschwung und Gegenschwung.

Der Mensch kann von der Natur nur lernen, denn aller energetischen Prozesse sind über Milliarden Jahren erprobt, und bis ins Feinste ausgeklügelt.

Von dem Sprintvermögen eines Gepards mit seinen 120 Stundenkilometern kann der menschliche 100-Meter -Läufer mit seinen 36 Stundenkilometern nur vor Neid erblassen. Kein Tier beherrscht Richtschwung und Gegenschwung so perfekt wie diese Raubkatze – wenn sie sprintet, überholen sogar die Hinterläufe die Vorderbeine, gefolgt von einer Spagat artigen Körperstreckung.

Leben ist Bewegung. Dabei gilt: Der Antriebs-Turbo ist auf die erneuerbaren Energiequellen des Zielabgewandten Gegenschwunges angewiesen, denn jedem einseitig frontorientierten Bewegungsimpuls geht einmal die Puste aus, dafür sorgen allein der Luftwiderstand, der auf der Erde herrscht, und ihre Gravitationskraft, die jeden Körper auf dem Boden zurückhält. Richtschwung und Gegenschwung zünden einen Antriebs-Turbo, der für Leistung und Gesundheit gleichermassen verantwortlich ist.